Mittwoch, 16. August 2017

Licht im Dunkel? - Kritik: La ciénaga (2001)

Gleich mit den ersten Sekunden von Lucrecia Martels Debut wird eine lauernde, erstarrte, bedrückende, ambigue Atmosphäre heraufbeschworen. Zweideutig, weil: Die Welt scheint nicht im Gleichgewicht; doch ist wirklich irgendetwas schief, oder sind es bloss diese Blicke der Kamera, die bedrohlich wirken; Blicke, welche die Welt erst aus dem Gleichgewicht heben. Es ist schwül, ein enormer Regen kurz vor dem Ausbruch. Genauso verhält es sich mit dieser Gruppe an Personen, die wir da sehen: Es braucht nicht viel, einen Tropfen nur, und alles könnte explodieren, so fürchten wir, die potentielle Energie ist am Limit. Wir warten aufgeregt und furchtsam auf ein Ereignis, das einen Konflikt, den wir spüren, plötzlich, mit einem Knall, durchbrechen und uns aufatmen lässt. Eine Frau lässt ein Glas fallen, fällt hin, die Scherben graben sich in ihre Brust ein: ist das alles? Es scheint nicht so schlimm, wie befürchtet und ist das erste einer Reihe von Ereignissen verstreut über den Film, alle „unheilvoll“ (oft sehen wir Blut) aber dennoch klein, alltäglich. Eine Rauferei, ein kleiner Unfall, usf.
Die Personengruppe: zu Beginn kennen wir sie nicht; keine Ein- und Vorführung erleichtert uns den Einstieg, wir werden desorientiert (stattdessen, wird eben die Atmosphäre aufgebaut) – und trotzdem kennen wir sie sofort, trotzdem erscheinen sie uns so sehr aus Fleisch und Blut wie nur möglich, authentisch, und irgendwie vertraut, auch dank der extrem naturalistischen Tonspur, dank den Stimmen, oft aus dem Off, die sich herauskristallisieren.


Und trotz dieser bedrückenden Atmosphäre ist „La Cienaga“ kein bedrückender Film. Wir finden darin viele lebensbejahende, geradezu überschwängliche Elemente. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass der Film voll von Kindern, Jugendlichen, echter Jugend oder beschworener Jugend ist (ein oft betrunkener Vater, dem der Film und die andern Charaktere kein gutes Zeugnis ausstellen, färbt seine Haare); oder es hängt zusammen mit den Tanzsequenzen. Tanzsequenzen im Film sind meistens voll positiven Drang, voll Anmut, Lichtpunkte in einer oft düsteren Umgebung, und gerade in diesem Umstand liegt ihre Tragik; deshalb sind sie trotz der Wärme und Freude, die sie verströmen, gerade auch die traurigsten Momente im Film; auf die Spitze gebracht wird das wohl mit der berühmten Schlussszene aus „Beau Travail“. Die zweite Tanzsequenz hier, ekstatisch gefilmt, schlägt über in eine Rauferei, in eines dieser unheilvollen Ereignisse, und bringt damit diese ihnen innewohnende Ambiguität zum Ausdruck. Die erste Tanzsequenz ist es aber, die den grössten Optimismus ausströmt, eine Insel an melancholischer Freude, die viele Charaktere miteinander verbindet und die „Fallhöhe“ umso vergrössert.


Lebensbejahend sind auch die Charaktere und die Art, wie diese gefilmt und aufgenommen werden. . Die vielen Kinder – damit einher gehen Hoffnung, Liebe, Kraft, Tanz, Neugier, Unschuld. Wir sehen aber durchaus auch grausame Charaktere, zwei argentinische Mittel- bis Oberschichtsfamilien, bei denen sich eine rassistische Einstellung gegenüber denn „Indios“, die als Haushälter beschäftigt werden, sich über alle Generationen erstreckt. Dennoch: man hat Lust, die nächste Zeit mit diesen Personen zu verbringen, die so rund, und damit eben lebensbejahend gezeichnet werden, wie nur möglich. Die Kamera ist oft extrem nah, wir sehen Fragmente der Körper, aber: wir sehen auch scheinbare Hintergründe, schillernd, schimmernd: Wie aufmerksam werden Texturen wie Wände oder Naturfiguren von der Kamera abgetastet! Die Fragmente erscheinen nicht mehr als Fragmente, sondern verschmelzen mit ihrem Umfeld. Auch diese enge Beziehung zwischen Mensch und Umfeld wird dadurch lebensbejahend, trotz der Bedrohung, die sowohl von der Natur und von Tieren, als auch vom Mensch auszugehen scheint. In dieser Hinsicht gleicht der Film zum Beispiel Bruce Baillies Tung oder vor allem Valentin de las Sierras: gerade im Bruchstückhaften, im Auslöschen der Hierarchie von Vorder- und Hintergrund, von Schärfe und Unschärfe liegt das Schöne.

Nur erschöpft sich der Film etwas nach etwa der Hälfte oder zwei Drittel. Vielleicht liegt es daran, dass wir dann beginnen zu erkennen, „wer wer“ ist, wie sich die Familienmitglieder zueinander verhalten, dadurch geht etwas an Ambiguität, am Unerklärlichem, das den Film prägt, verloren. Man könnte sich wünschen, dass sich die psychischen Beziehungen zwischen den Figuren im Laufe des Films mehr verschieben und immer wieder neue Anordnungen ergeben. Doch vielleicht liegt auch gerade in dieser Statik eine Stärke des Films, die dieser Welt den Charakter der Unentrinnbarkeit, des Fatalismus verpasst.


++
Autor: Cameron

Sonntag, 13. August 2017

Fern-Sehen / TV-Tipps: 14.08.17. - 20.08.17.



Alle Angaben sind ohne Gewähr:


14.08. 

Reise nach Indien - 20:15, Arte
(R: David Lean / GB, USA 2014)

Herr der Fliegen - 22:50, Arte
(R: Peter Brook / GB 1963)

Zeit der Kannibalen - 23:10, WDR
(R: Johannes Naber / D 2014)

Die innere Sicherheit - 0:45, MDR
(R: Christian Petzold / D 2000)

15.08. 

Die Reifeprüfung - 20:15, 3sat
(R: Mike Nichols / USA 1967)

The Score - 20:15, ServusTV
(R: Frank Oz / USA, D 2001) 

Family Business - 22:00, 3sat
(R: Sidney Lumet / USA 1989)

Cottage Country - 22:05, Tele 5
(R: Peter Wellington / KAN 2013)

Für immer Adaline - 22:45, ARD
(R: Lee Toland Krieger / USA, KAN 2015) 

Revenge for Jolly - 0:00, Tele 5
(R: Chadd Harbold / USA 2012)

 16.08. 

Pride - 20:15, Arte
(R: Matthew Warchus / GB, F 2014)

Lost in Translation - 20:15, Tele 5
(R: Sofia Coppola / J, USA 2003)

Identität - 22:05, Kabeleins
(R: James Mangold / USA 2003)

Under the Skin - 22:10, Arte
(R: Jonathan Glazer / GB, USA, CH 2013)

Velvet Goldmine - 0:25, BR
(R: Todd Haynes / GB, USA 1998)

17.08. 

21 Jump Street - 20:15, Vox
(R: Phil Lord, Chris Miller / USA 2012)

Wir sind jung. Wir sind stark. - 22:15, ZDF
(R: Burhan Qurbani / D 2014)

Borgman - 22:25, 3sat
(R: Alex van Warmerdam / NL, B, DK 2013)

18.08.  

Hellboy - 20:15, RTL II
(R: Guillermo Del Toro / USA 2004)


Was diese Frau so alles treibt - 23:45, BR
(R: Norman Jewison / USA 1963)

Im Schatten des Zweifels - 0:35, 3sat
(R: Alfred Hitchcock / USA 1943)

Dawn of the Dead - 0:40, RTL II
(R: Zack Snyder / USA, KAN, J, F 2004)

19.08. 

We Are Your Friends - 20:15, Prosieben
(R: Max Joseph / USA 2015)

What We Become - 22:10, ZDFNeo
(R: Bo Mikkelsen / DK 2015)

True Grit - 22:15, ServusTV
(R: Joel & Ethan Coen / USA 2010) 

Howl - 23:25, ZDFNeo
(R: Paul Hyett / GB 2015)

James Bond 007: Feuerball - 0:30, ZDF
(R: Terence Young / GB 1965)

 20.08. 

Diana - 14:45, ZDF
(R: Oliver Hirschbiegel / GB, F, S, B 2013)

Walking on Sunshine - 20:15, RTL II
(R: Max Giwa, Dania Pasquini / GB, USA, I 2014)

Notting Hill - 20:15, Arte
(R: Roger Michell / GB, USA 1999)

Die Bounty - 20:15, Tele 5
(R: Roger Spottiswoode / USA, GB 1984) 

Chronicle - 0:30, Prosieben
(R: Josh Trank / USA, GB 2012)

  

Autor: Hoffman  

Sonntag, 6. August 2017

Fern-Sehen / TV-Tipps: 07.08.17. - 13.07.17.




Alle Angaben sind ohne Gewähr:

07.08. 

Planet der Affen - 20:15, Kabeleins
(R: Tim Burton / USA 2001)

Die Halbstarken - 20:15, Arte
(R: Georg Tressler / D 1956)

Wenn Männer fallen - 21:45, Arte
(R: Jacques Audiard / F 1994) 

Fluss ohne Wiederkehr - 22:50, MDR
(R: Otto Preminger / USA 1954)

Besser geht´s nicht - 23:35, NDR
(R: James L. Brooks / USA 1997) 

Der zweite Mann - 0:25, ZDF
(R: Philip Nauck / D 2013) 
 

08.08. 

In China essen sie Hunde - 22:00, Tele 5
(R: Lasse Spang Olsen / DK 1999)


Das grenzt an Liebe - 22:45, ARD
(R: Rob Reiner / USA 2014)

Shine a Light - 23:30, BR
(R: Martin Scorsese / GB, USA 2008)

In China essen sie Hunde 2 - 0:00, Tele 5
(R: Lasse Spang Olsen / DK 2002)

Winter´s Bone - 0:35, ARD
(R: Debra Granik / USA 2010)
 

09.08.

Schatten der Wahrheit - 20:15, Kabeleins
(R: Robert Zemeckis / USA 2000)


Die Wand - 20:15, Arte
(R: Julian Pösler / Ö, D 2012)


Ondine - 20:15, Tele 5
(R: Neil Jordan / IRL, USA 2009)


Spiel um alles (OmU) - 21:55, Arte
(R: Stéphane Demoustier / F, B 2014)


Die Leiche der Anna Fritz - 22:25, Tele 5
(R: Héctor Hernández Vicens / SP 2015)


Der Verdingbub - 22:45, BR
(R: Markus Imboden / CH, D 2011)


Predator 2 - 1:05, Kabeleins
(R: Stephen Hopkins / USA 1990)



10.08. 

Arbitrage - 22:15, RBB
(R: Nicholas Jarecki / USA, PL 2012)

Arac Attack - 22:20, Kabeleins
(R: Ellory Elkayem / USA, AUS 2002)


Reykjavik - Rotterdam: Tödliche Lieferung - 22:25, 3sat
(R: Oskar Jónasson / ISL, D, NL 2008)


Sie hat alles gestanden - 23:10, Arte
(R: Caroline Huppert / F 2011)

11.08. 

A Hard Days Night - 21:55, Arte
(R: Richard Lester / GB 1964)

Snitch - 22:20, Prosieben
(R: Ric Roman Waugh / USA, VAE 2010) 

Topas - 22:35, 3sat
(R: Alfred Hitchcock / USA 1969)

Vor Hausfreunden wird gewarnt - 23:45, BR
(R: Stanley Donen / GB 1960)

Saboteure - 0:35, 3sat
(R: Alfred Hitchcock / USA 1942) 

Blow Out - 1:05, ARD
(R: Brian De Palma / USA 1981)


 
12.08.


Margos Spuren - 20:15, Prosieben
(R: Jake Schreier / USA 2015)


Mamma Mia - 20:15, ZDFNeo
(R: Phyllida Lloyd / USA 2008)

Broken Flowers - 20:15, ServusTV
(R: Jim Jarmusch / USA 2005)


The Host - 22:10, Tele 5
(R: Bong Joon-Ho / KOR 2006)

Equals - 22:20, Prosieben
(R: Drake Doremus / KAN 2015)

James Bond 007: Goldfinger - 00:05, ZDF
(R: Guy Hamilton / GB 1964)


13.08.

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - 20:15, Prosieben
(R: Bryan Singer / USA, GB, KAN 2014)

Brennendes Indien - 20:15, Arte
(R: J. Lee Thompson / GB 1959) 

Über den Dächern von Nizza - 20:15, Tele 5
(R: Alfred Hitchcock / USA 1955)
  
Der Mann, der zuviel wusste - 22:30, Tele 5
(R: Alfred Hitchcock / USA 1956)

X-Men: Der letzte Widerstand - 22:50, Prosieben
(R: Brett Ratner / USA, GB, KAN 2006)

Somewhere - 0:05, ARD
(R: Sofia Coppola / USA 2010)

Der geteilte Himmel - 0:15, MDR
(R: Konrad Wolf / DDR 1964)

Vertigo - 1:05, Tele 5
(R: Alfred Hitchcock / USA 1958) 




Autor: Hoffman 

Donnerstag, 3. August 2017

Zuletzt geschaut: Juli (2017)



Hoffman:


Die Verführten - 6.0
(R: Sofia Coppola / USA 2017)

Criminal Lovers - 6.5
(R: Francois Ozon / J, F 1999)


Whity - 6.0 
(R: Rainer Werner Fassbinder / D 1971)


Lisbon Story - 6.5
(R: Wim Wenders / D, PRT 1994)


Lucy - 5.0
(R: Luc Besson / USA, F 2014)


The Pervert´s Guide to Ideology - 6.0
(R: Sophie Fiennes / GB 2012)


The Cut - 6.0
(R: Fatih Akin / D 2014)


Harry meint es gut mit dir - 6.5
(R: Dominik Moll / F 2000)


Geron - 6.0
(R: Bruce La Bruce / KAN 2013)


Vier Minuten - 5.0
(R: Chris Kraus / D 2006)


Dom - 6.0
(R: Walerian Borowczyk / F 1959)

Stavisky - 7.5
(R: Alain Resnais / F 1974)


Die Freundinnen - 7.0
(R: Michelangelo Antonioni / I 1955)

Der Job - 7.5
(R: Ermanno Olmi / I 1961)


Dekalog, Fünf - 7.0
(R: Krzysztof Kieslowski / D, PL 1988)

Angst vor der Angst - 7.0
(R: Rainer Werner Fassbinder / D 1975)

Chinesisches Roulette - 7.0
(R: Rainer Werner Fassbinder / F, D 1976)

Die Machtergreifung Ludwigs XIV. - 6.0
(R: Roberto Rossellini / F 1966)

Abstrée & Celadon - 5.5
(R: Eric Rohmer / F, I, SP 2007)

Die Mitte der Welt - 7.0
(R: Jakob M. Erma / D 2016)

Die Geschichte einer Dienerin - 4.5
(R: Volker Schlöndorff / D, USA 1990)

Beautiful Thing - 7.0
(R: Hettie MacDonald / GB 1996)

Demoni - 6.0
(R: Lamberto Bava /  D, I 1985)

The House on Sorority Row - 6.0
(R: Mark Rosman / USA 1983)

Love, Rosie - 4.0
(R: Christian Ditter / GB, D, USA 2013)

Annabelle - 3.0
(R: John R. Leonetti / / USA 2014)

Die rote Laterne - 7.0
(R: Yimou Zhang / HK, CHINA, TWN 1991)
 
Her - 5.5
(R: Spike Jonze / USA 2013)

Dark Blood - 6.5
(R: George Sluizer / N, GB, USA 2012)

Die Tribute von Panem - Mockingjay (Teil 2) - 4.5
(R: Francis Lawrence / USA 2015)

Stunde der Wahrheit - 6.5
(R: Orson Welles / F 1968) 

Tangerine L.A. - 6.5
(R: Sean Baker / USA 2015)


24 Hour Party People - 7.0
(R: Michael Winterbottom / GB, F, N 2002)

Brothers - 7.0
(R: Susanne Bier / DK 2004)


Matrix - 6.5 (abgewertet)
(R: Lilly & Lana Wachowski / USA 1999)


Die Damen vom Bois de Boulogne - 7.0
(R: Robert Bresson / F 1945)


Karla - 7.0
(R: Herrmann Zschoche / DDR 1965)


Ex Machina - 7.0
(R: Alex Garland / GB, USA 2017)


Les Cousins - 7.0
(R: Claude Chabrol / F 1959)


The Gift - 6.5
(R: Joel Edgerton / AUS, USA 2015)


Castle of Blood - 7.0
(R: Sergio Corbucci & Antonio Margheriti / F, I 1964)


The Life and Death of Peter Sellers - 6.0
(R: Stephen Hopkins / GB, USA 2004)


Sehnsucht - 7.0
(R: Luchino Visconti / I 1954)


Chappie - 4.5
(R: Neil Blomkamp / USA, MEX 2015)


Martin - 8.0 (konstant)
(R: George A. Romero / USA 1977)

Day of the Dead - 8.5 (konstant)
(R: George A. Romero / USA 1985)




DeDavid

The Americans Staffel 3 - 6.5
(R: Diverse / USA 2015)

The Americans Staffel 4 - 7.0
(R: Diverse / USA 2016)

The Americans Staffel 5 - 5.5
(R: Diverse / USA 2017)

Top of the Lake Staffel 2 - 6.0
(R: Jane Campion / AU, GB 2017)

Two Lovers - 6.0
(R: James Gray / USA 2008)

Niagara - 5.0
(R: Henry Hathaway / USA 1953)

Chinesisches Roulette - 6.0
(R: Rainer Werner Fassbinder / D 1976)

Despair - 6.0
(R: Rainer Werner Fassbinder / D 1978)

Der Knochenjäger - 4.0
(R: Philllip Noyce / USA 1999)

Begegnung - 8.0
(R: David Lean / GB 1945)

Geheimnisvolle Erbschaft - 8.0
(R: David Lean / GB 1946)

Beyond the Black Rainbow - 4.0
(R: Panos Cosmatos / CA 2009)

Song to Song - 4.0
(R: Terrence Malick / USA 2017)

The Bad Batch - 2.0
(R: Ana Lily Amirpour / USA 2016)

Später Frühling - 7.0
(R: Yasujiro Ozu / JP 1949)

Nummer Siebzehn - 4.0
(R: Alfred Hitchcock / GB 1932)

Earthlings - 6.0
(R: Shaun Monson / USA 2005)

Okja - 6.0
(R: Joon-ho Bong / SK, USA 2017)

Stille Nacht I: Dramolett - 6.0
(R: Stephen & Timothy Quay / GB 1988)

Stille Nacht II: Are We Still Married? - 7.0
(R: Stephen & Timothy Quay / GB 1992)

Stille Nacht III: Tales from Vienna Woods - 5.0
(R: Stephen & Timothy Quay / GB 1993)

Stille Nacht IV: Can't Go Wrong Without You - 6.0
(R: Stephen & Timothy Quay / GB 1994)

Das Kabinett des Jan Svankmajer - 7.0
(R: Stephen & Timothy Quay / GB 1987)

The Unnameable Little Broom - 6.0
(R: Stephen & Timothy Quay / GB 1987)

Street of Crocodiles - 8.0
(R: Stephen & Timothy Quay / GB 1987)

Rehearsals for Extinct Anatomies - 7.0
(R: Stephen & Timothy Quay / GB 1991)

The Comb (From the Museums of Sleep) - 6.0
(R: Stephen & Timothy Quay / GB 1991)

Anamorphis - 6.0
(R: Stephen & Timothy Quay / GB 1993)

Baby Driver - 6.0
(R: Edgar Wright / USA 2017)


Dracula Untold - 1.0
(R: Gary Shore / USA 2014)


Flags of our Fathers - 6.0
(R: Clint Eastwood / USA 2006)


Letters from Iwo Jima - 7.0
(R: Clint Eastwood / USA 2006)


Meuterei am Schlangenfluss - 5.0
(R: Anthony Mann / USA 1952)


Kings of Summer - 3.0
(R: Jordan-Vogt Roberts / USA 2013)


James Bond 007 - Der Spion der mich liebte -7.0
(R: Lewis Gilbert / GB 1977)


Das Ding aus einer anderen Welt - 5.0
(R: Howard Hawks / USA 1951)


Lone Wolf & Cub - Das Schwert der Rache - 7.0
(R: Kenji Misumi / JP 1972)


Lone Wolf & Cub - Am Totenfluss - 7.5
(R: Kenji Misumi / JP 1972)

Lone Wolf & Cub - Der Wind des Todes - 6.0
(R: Kenji Misumi / JP 1972)

Lone Wolf & Cub - Die tätowierte Killerin - 6.5
(R: Buichi Sato / JP 1972)

Lone Wolf & Cub - Der weiße Pfad zur Hölle - 6.0
(R: Kenji Misumi / JP 1973)

Lone Wolf & Cub - Blutiger Schnee - 7.0
(R: Yoshiyuki Kuroda / JP 1974)

Über den Todespass - 5.0
(R: Anthony Mann / USA 1954)


Sabotage - 6.0
(R: Alfred Hitchcock / GB 1936)

Geheimagent - 5.0
(R: Alfred Hitchcock / GB 1936)


Die Puppe - 6.0
(R: Ernst Lubitsch / D 1919)


Aimless Bullet - 8.0
(R: Hyun-mok Yu / SK 1961)


Ikiru - 8.0
(R: Akira Kurosawa / JP 1952)


Der Wolfsmensch - 5.0
(R; George Wagner / USA 1942)


Das Böse IV - 5.5
(R: Don Coscarelli / USA 1998)


Wir sind die Nacht - 4.0
(R: Dennis Gansel / D 2010)

Verschwörer der Lust - 7.0
(R: Jan Svankmajer / CZ 1997)

Gasherbrum - Der leuchtende Berg - 6.0
(R: Werner Herzog / D 1985)


Land des Schweigens und der Dunkelheit - 7.0
(R: Werner Herzog / D 1971)



Die Reise nach Tokio - 8.0
(R: Yasujiro Ozu / JP 1953)

Und morgen Mittag bin ich tot - 6.0
(R: Frederik Steiner / D 2014)

End of Days - 3.0
(R: Peter Hyams / USA 1999)

Das goldene Zeitalter - 7.0
(R: Luis Bunuel / F, I 1930)

Das Gespenst der Freiheit - 7.0
(R: Luis Bunuel / F, I 1974)

Der Soldat von Oranien - 7.0
(R: Paul Verhoeven / NL 1977)

Spetters - 5.0
(R: Paul Verhoeven / NL 1980)

Radio Rock Revolution - 4.0
(R: Richard Curtis / GB, USA 2009)

Macho Man - 5.0
(R: Alexander Titus Benda / D 1985)

Safe - 8.0
(R: Todd Haynes / USA 1995) 

Dunkirk - 4.0
(R: Christopher Nolan / GB, USA 2017)

The Fan - 3.0
(R: Tony Scott / USA 1996)

Ghost in the Shell -4.0 (aufgewertet)
(R: Rupert Sanders / USA 2017)

Frankensteins Monster-Party - 7.0
(R: Jules Bass / USA 1967) 


 
Cameron:

++
Valentin de las Sierras
(R: Bruce Baillies / USA 1968)

Afrique 50
(R: René Vautier / F 1950)

Inventar
(R: Zelimir Zilnik / D 1975)

The Quiet Man (Rewatch)
(R: John Ford / USA 1951)

The Tall Men
(R: Raoul Walsh / USA 1955)

On purge bébé
(R: Jean Renoir / F 1931)

Le petit soldat 
(R: Jean-Luc Godard / F 1961)

Borrom sarret
(R: Ousmane Sembène / Sen 1963)

La noir de...
(R: Ousmane Sembène / Sen 1966)


+
Halloween
(R: John Carpenter / USA 1978)

Dodge City
(R: Michael Curtiz / USA 1939)

Baby Face
(R: Alfred E. Green / USA 1933)

Le retour à la raison
(R: Man Ray / F 1923)

Lichtspiel Opus 1 - 4
(R: Walter Ruttmann / D 1921-25)

Whirlpool
(R: Otto Preminger / USA 1949)

La chienne
(R: Jean Renoir / F 1931)

Le sang d' un poète
(R: Jean Cocteau / F 1932)

Visages, Villages 
(R: Agnès Varda / F 2017)


+/-
The Lawless Nineties
(R: Joseph Kane / USA 1936)

King of the Pecos
(R: Joseph Kane / USA 1936)


?
Mass for the Dakota Sioux
(R: Bruce Baillies / USA 1964)

Anemic Cinema
(R: Marcel Duchamp / F 1926)

Terra em transe
(R: Glauber Rocha / Bra 1967)

Les quatre cents coups
(R: François Truffaut / F 1959)


 

 
  

Sonntag, 30. Juli 2017

Fern-Sehen / TV-Tipps: 31.07.17. - 06.08.17.



Alle Angaben sind ohne Gewähr:

31.07. 

Pelle, der Eroberer - 20:15, Arte
(R: Bille August / DK, S 1987)


Pumping Iron - 22:30, Kabeleins 
(R: Robert Fiore / USA 1977)
 

Deutschland im Jahre Null - 22:40, Arte
(R: Roberto Rossellini / I, D, F 1948)


Bis dass der Tod euch scheidet - 22:50, MDR
(R: Heiner Carow / DDR 1979) 


Looping - 23:55, ZDF
(R: Leonie Krippendorff / D 2016) 
 

Vergiss mein ich - 23:55, WDR
(R: Jan Schomburg / D 2014) 


01.08. 

Mord im Loft - 22:45, ARD
(R: Erik van Looy / USA, B 2014)


Tod in Sevilla - 23:15, ZDF
(R: Manuel Gómez Pereira / SP 2014)


02.08. 

Mein Herz tanzt - 20:15, Arte
(R: Eran Riklis / ISR, D, F 2014)


Félix & Meira (OmU) - 21:50, Arte
(R: Maxime Giroux / KAN 2014) 
 

Bergfried - 22:45, BR
(R: Jo Baier / D, Ö 2015)


Die letzten Männer von Aleppo - 23:00, ARD
(R: Feras Fayyad / DK, SYR  2017)
 

Terminator - 23:20, Kabeleins
(R: James Cameron / USA, GB 1984)


The Doors - 0:25, BR
(R: Oliver Stone / USA 1991)


Es geschah am helllichten Tag - 2:45, ARD
(R: Ladislao Vajda / D, CH 1958)
 


03.08. 

Planet der Affen - 20.15, Kabeleins
(R: Franklin J. Schaffner / USA 1968)


Rückkehr zum Planeten der Affen - 22:30, Kabeleins
(R: Ted Post / USA 1970)


The Golden Door - 0:35, ARD
(R: Emanuele Crialese / I 2006)


Der Loulou - 2:30, ARD
(R: Maurice Pialat / F 1980)


 04.08. 

Shootout - 22:30, Prosieben
(R: Walter Hill / USA 2012)


Frenzy - 22:00, 3sat
(R: Alfred Hitchcock / GB 1972) 


Land of the Dead - 23:45, RTL II
(R: George A. Romero / USA, KAN, F 2005) 


Trespass - 23:50, 3sat
(R: Joel Schumacher / USA, BUL 2011)


05.08.  

Dead Girl - 22:10, ServusTV
(R: Karen Moncrieff / USA 2006)

Vanilla Sky - 23:30, Sat 1
(R: Cameron Crowe / USA, SP 2001)


The Fog - 1:20, RBB
(R: John Carpenter / USA 1980)

Jerry Maguire - 2:40, ARD
(R: Cameron Crowe / USA 1996)


06.08. 

White Squall - 20:15, Tele 5
(R: Ridley Scott / USA 1996)


Peeping Tom - 20:15, Arte
(R: Michael Powell / GB 1960)


Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels - 20:15, Sat 1
(R: Steven Spielberg / USA 2008) 
 

Familiengrab - 21:45, 3sat
(R: Alfred Hitchcock / USA 1975) 
 

Der Smaragdwald - 22:20, Tele 5
(R: John Boorman / USA 1985)


The Final Girls - 22:35, RTL II
(R: Todd Strauss-Schulson / USA 2015)


Der Soldat James Ryan - 22:45, Prosieben
(R: Steven Spielberg / USA 1998) 
 

Shaun of the Dead - 22:50, Arte
(R: Edgar Wright / GB 2004)

Moon - 0:05, ARD
(R: Duncan Jones / GB 2009)

Zwölf Uhr mittags - 00:20, NDR
(R: Fred Zinnemann / USA 1952)

Begegnung in Venedig - 1:40, ARD
(R: Claude Lelouch / KAN; F 1998)



Autor: Hoffman  

Freitag, 28. Juli 2017

Abenteuer im Süßigkeitenland - Kritik: Charlie und die Schokoladenfabrik (2005)



Tim Burtons Roald-Dahl-Verfilmung ist ein Werk, bei dem Burton sich selbst und seinen verschrobenen Stil feiert. Man möchte fast sagen, dass Burton seinen Stil dem Zuschauer in all seiner Deutlichkeit regelrecht unter die Nase reibt. Seine Verfilmung lebt vor allem von seiner knallbunten und grellen Visualität, die dem Film geradezu comichaft macht. Es ist dabei ein oft übermütiger und mit übersteigerten Skurrilitäten aufwartender Film, der sich zunächst aber einmal seinem Protagonisten, dem naiven, aber neugierigen Jungen Charlie und seiner armen Familie widmet. Zu Beginn pocht hier also noch ein kleines Herz in Burtons Film, wenn Charlie zum Beispiel in sein Bett hinaufsteigt, seinen anderen Familienmitgliedern eine gute Nacht wünscht und hinaus in den dunklen Nachthimmel zu Willy Wonkas Fabrik starrt. Wenig später - bei der Besichtigung der Fabrik, die den Großteil des Films für sich beansprucht - scheint Burton diese Empathie für seinen Protagonisten aus den Augen zu verlieren, Charlie wird an den Rand gedrängt und Burtons Film gibt sich dann endgültig als plakativ bebilderte Groteske zu erkennen, in dem die Sympathien und Antipathien überdeutlich verteilt sind.



Natürlich amüsiert sich Burton auch hier wieder über die arroganten Reichen und Schönen, die Hochmütigen und Verzogenen, die vor allem Egoisten und in Burtons Film demnach nichts anderes als ätzende Karikaturen sind. Zwischen ihnen stolziert als Leiter dieser abenteuerlichen Führung ein verstiegener Johnny Depp als Willy Wonka, einer blass im Gesicht erscheinenden Gestalt, eines exzentrisches Magiers, eines scheinbar immer noch verwirrten Mannes mit dem Geist eines Kindes. Es ist ein einerseits süßlicher und andererseits überdrehter Kinderfilm von verschwenderischer Größe, oft üppig und oft monströs, den Burton aus seinem Hut zaubert. Man muss aber sagen, dass Burtons Film trotz seiner satirischen Spitzen auch nur eine vornehmlich hübsch anzuschauende (und narrativ gesehen überraschungsarme) Oberfläche ist. Attraktion folgt auf Attraktion und Burton erteilt jedem seiner Antagonisten Schritt für Schritt nacheinander seine Lektion und schließt das Ganze dann noch mit einer fröhlichen Musicaleinlage. Stück für Stück wird dazu Wonkas traurige Kindheit offengelegt. Mehr entwickelt sich aber nicht in Burtons Film.


Burton interessiert sich dann auch nicht mehr wirklich für die Figur des Charlies. Er gibt ihr kaum noch Raum, sondern lässt sie zum schlichten Stichwortgeber werden. Der Film bleibt eine (immerhin kurzweilige) Aneinanderreihung von bizarren und fraglos mitunter auch originellen Skurrilitäten. Das Schema bleibt dagegen stets das Gleiche und Burtons platt-märchenhafter Film bewegt sich bis zum Ende dann in einer Kreiselbewegung. Sieht man also  »Charlie und die Schokoladenfabrik« in Burtons Schaffen, so muss man sagen, dass er nur überzuckerter Bonbon, ein kurzer Snack, ein bunt bebilderter, eher zahm geratener und damit waschechter Familienfilm mit moralischem Zeigefinger (und einen dezent morbiden Touch) ist, bei dem einem doch gerade irgendwie Burtons sensible Seite fehlt (blitzt sie auch hin und wieder durch den Schein dieser bunten Welt durch).

6.0 / 10

Autor: Hoffman 

Sonntag, 23. Juli 2017

Fern-Sehen / TV-Tipps: 24.07.17. - 30.07.17.




Alle Angaben sind ohne Gewähr:

24.07. 

Der Richter - 20:15, ARD
(R: David Dobkin / USA 2014)

World War Z - 22:15, ZDF
(R: Marc Forster / USA 2013)

Das Leben der Anderen - 22:50, MDR
(R: Florian Henckel von Donnersmarck / D 2006) 
 

Zärtlichkeit - 23:05, Arte
(R: Marion Hänsel / B, F, D 2013)



25.07. 

Heute bin ich Samba - 22:45, ARD
(R: Olivier Nakache, Eric Toledano / F 2014)

Mörderland - 22:35, Tele 5
(R: Alberto Rodriguez / SP 2014)


Ex Machina - 23:00, ZDF
(R: Alex Garland / GB, USA 2015)

Dancer in the Dark - 0:50, Tele 5
(R: Lars von Trier / SP, ARG, DK, D, NL, I, USA, GB, F, FIN, ISL, N 2000) 
 

Lautlos im Weltraum - 1:00, ZDF
(R: Douglas Trumbull / USA 1972)



26.07. 

Superman Returns - 20:15, Kabeleins
(R: Bryan Singer / USA 2006)

Die süße Gier - 20:15, Arte
(R: Paolo Virzi / I, F 2013)

Das Licht der Weisheit (OmU) - 22:00, Arte
(R: Eugéne Green / F, I 2014) 
 

Open Range - 23:30, BR
(R: Kevin Costner / USA 2003)



27.07. 

The Gift - 20:15, Prosieben
(R: Joel Edgerton / USA, AUS, CHINA 2015)

Predator - 22:20, Kabeleins
(R: John McTiernan / USA 1987)

Club Europa - 23:00, ZDF
(R: Franziska Hoenisch / D 2017)

Das Sichtbare und das Unsichtbare - 0:15, RBB
(R: Rudolf Thome / D 2007)

Orca - Der Killerwal - 1:55, ARD
(R: Michael Anderson / USA, NL 1977)

28.07. 

Planet der Affen: Revolution - 20:15, Prosieben
(R: Matt Reeves / USA 2014)

Terminator 2 - Tag der Abrechnung - 20:15, RTL II
(R: James Cameron / USA, F 1991)

Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist - 20:15, Arte
(R: Andreas Prochaska / Ö 2015)

I am Legend - 22:50, Prosieben
(R: Francis Lawrence / USA 2007)

Nur 48 Stunden - 23:15, ZDFNeo
(R: Walter Hill / USA 1982)

29.07. 

Flight - 20:15, Prosieben
(R: Robert Zemeckis / USA 2012)

Last Action Hero - 20:15, RTL II
(R: John McTiernan / USA 1993)

Little Buddha - 20:15, ServusTV
(R: Bernardo Bertolucci / I, F, GB, LIE 1993) 

Lethal Weapon 3 - 22:15, Sat 1
(R: Richard Donner / USA 1992)

Rocco, der Mann mit den zwei Gesichtern - 22:55, ServusTV
(R: Franco Giraldi / I, SP 1966) 

Maggie - 22:55, RTL II
(R: Henry Hobson / CH, USA 2015)

James Bond jagt Dr. No - 23:00, ZDF
(R: Terence Young / USA, GB 1962)

Wer früher stirbt, ist länger tot - 23:55, BR
(R: Marcus Rosenmüller / D 2006)

 30.07. 

Chappie - 20:15, RTL
(R: Neill Blomkamp / USA, SAFR 2015)

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug - 20:15, Sat 1
(R: Steven Spielberg / USA 1989)

Highlander - 20:15, Arte
(R: Russell Mulcahy / GB; USA 1986)

Total Recall - 22:20, RTL II
(R: Paul Verhoeven / USA 1990)

Lethal Weapon 4 - Zwei Profis räumen auf - 22:45, Sat 1
(R: Richard Donner / USA 1998)

Ins Blaue - 1:25, ARD
(R: Rudolf Thome / D 2012)




Autor: Hoffman    

Mittwoch, 19. Juli 2017

The Lawless Nineties (1936) & King of the Pecos (1936)


Bei den in den Kanon aufgenommenen Filmen handelt es sich um sogenannte Ausnahmefilme, Filme die angeblich aus der Masse herausstechen ob ihrer Qualität, und damit ihrer Komplexität, ihres Humanismus` und so fort (wie man eben Qualität definieren will). Sie sind die Ausnahme in Bezug auf die sie umrundenden Filme, was oft damit einhergeht, dass sie ihre Mitstreiter widerlegen, negieren, einen anderen, „einmaligen“ Sichtwinkel wiedergeben. Ihre Qualität erhalten sie zuweilen erst dadurch; besonders im Hollywoodsystem, dazu getrimmt, all seine Hervorbringungen mit einheitlich perfektem Handwerk auszustatten, um der breiten Masse einen point of least resistance zu bieten, wird „gut“ synchron zu „anders“ oder „entgegenlaufend“; Filme die sich hervortun einerseits in der Technik, durch Konfigurierungen oder Zuspitzungen des Handwerks, wie das die Auteurs, Welles, Fuller, Preminger, Minnelli, Lang, gepflegt haben, andererseits und dadurch bedingt oder es bedingend, in der Thematik und den Ideen.

Was, wenn wir nur noch diese Ausnahmefilme kennen? Klar ist, dass wir die Ausnahme dann nicht als solche begreifen und all diese Filme zu einem neuen eklektizistischen Standard heranwachsen. Ohne Kenntnis der Filme, zu denen sich diese berühmteren Filme abgrenzen, geht ein Grossteil unseres Verständnisses ersterer verloren; Tugend und Unsinn davon und eben der wandelnde Begriff des „Verständnis“ gehört in eine andere Diskussion. Aber gerade im Westerngenre (wobei Genre nach Tag Gallagher nicht existiert) beschränkt sich unsere Kenntnis zumeist auf Ausnahmefilme; ein anderes Wort dafür im Kontext des Westerns: Anti-Western, und Anti-Anti-Western. Diese existieren seit… Peckinpah? Oder nicht eigentlich schon früher, Anthony Mann, Fregonese (Apache Drums, 1951), Fuller (I Shot Jesse James, 1949), Wellmann (The Ox-Bow-Incident, 1943), oder noch früher, bei John Ford (Stagecoach, 1939, der Ausnahmewestern in einem Jahr prall gefüllt mit für damals ausser-ordentlichen Western wie Dodge City, Jesse James, Destry Rides Again). Dabei kann man nach Belieben immer weiter zurückschauen, bis zu den allerersten Filmen.

The Lawless Nineties und King oft the Pecos, beide von 1936, beide von Regisseur und Citizen John Kane und mit John Wayne als heldenhaften Hauptdarsteller, sind zwei knapp einstündige „Run-of-the-mill-Western“, also Western, die gewissermassen den Grundstein gelegt haben (wenn wir die extrem zahlreichen frühen Western der 10er Jahre und die eher Seltener der 20er ausser Acht lassen) für dessen darauffolgende Abgrenzung davon und Entwicklung hin zu Komplexität sowohl innerhalb der Figuren (wobei eigentlich nur des Helden) als auch ausserhalb ihrer. Soweit das vorherrschende Narrativ.

In beiden Filmen geht es um einen Konflikt, der nur durch Hilfe von aussen gelöst werden kann. Unterdrückte Bürger lassen sich einschüchtern, und sind unfähig, der repressiven Gewalt etwas entgegenzuhalten (und deshalb ist der Western Hollywoods politischstes Kino). Diese anti-demokratischen Gauner, quasi-Diktatoren: in Nineties ist es eine Bande von Gangstern unter dem Kommando eines als der Society for Law and Order vorstehenden Mannes, die eine demokratische Abstimmung über die Zugehörigkeit Wyomings zum Staat verhindern wollen; in Pecos ein die Handlanger eines ruchlosen Geschäftsmannes (samt Anwalt), der grosse Stücke Land illegal an sich genommen hat und dessen Bewohner über den Tisch ziehen will. Die Hilfe kommt beide Male in Form eines Fremden. Im ersten Film spielt Wayne einen FBI-Agenten, der die demokratische Wahl gewährleisten muss (hier tun sich ungeahnte zeitgenössische Parallelen auf), im zweiten Film entpuppt sich der Fremde als eigentlich Einheimischer: Waynes Protagonist, Waisenkind dank den Machenschaften des Geschäftsmannes (ein emblematisches, vielsagendes Bild für Amerika, 1936, wie man das in unbesungenen Filmen so oft findet) hat seine Kindheit und Jugend bei einem fernen Onkel verbracht, sich zum Anwalt ausgebildet und kehrt jetzt zurück. Dass der Konflikt nicht von innen gelöst werden kann, entwirft kein gutes Bild dieser Gesellschaft (siehe auch Stagecoachs Schlusswort: "...saved from the blessings of civilization!“). Einheimische müssen sich von der Gesellschaft entfremden, um den Ihren helfen zu können, um Ordnung zu restaurieren. Government Men Lead Citizen to Victory: die Gesellschaft muss geführt werden; Unterordnung folgt Unterordnung; und dass dabei Gut und Böse nicht soweit auseinanderliegen müssen, wie dies hier (re-)präsentiert wird, resp. die Führungsmacht leicht ausgenützt werden kann, mag klar sein.

Autor: Cameron