Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ein Geist kann keine Ruhe finden - Kritik: Das Grauen - The Changeling (1980)


Peter Medaks »The Changeling« mag aus heutiger Sicht ein bisschen wie ein Außenseiter im Subgenre des Haunted-House- oder Geisterfilms anmuten, hat sich aber - zumindest so meine Wahrnehmung - durchaus als Perle etabliert, die unter ihren Kennern Ansehen besitzt. Dieses Gefühl hier mehr einen Außenseiter des Subgenres zu sehen, mag wohl auch daherrühren, dass es sich bei diesem Werk um einen melancholischen Geisterfilm handelt, der besonders zu Beginn recht trist erscheint. Weil er dort von der Schwermut und Einsamkeit seines Protagonisten John Russell (George C. Scott), einem Komponist, der Frau und Kind bei einem wie von Geisterhand geführten Unfall verlor. Dieser Schrecken, den Peter Medak auch ebenso affektiv wie bedrückend inszeniert, quält seinen Protagonisten, der für Medak auch im Fokus der Geschichte steht. Der Film kreist behutsam um diesen Charakter, der mit dem Verlust fertig werden muss. Dazu sucht Medak immer wieder markante Perspektive, etwa allwissende God´s Eye Perspektiven, wo die Kamera wie ein über ihn schwebender Geist auf die Figuren herabschaut oder in expressiven Untersichten, die natürlich das Verzerrte, das Horrorhafte betonen. Dabei ist es aber auch ein durchaus in seiner altmodischen Art stilvoll bebilderter und zurückhaltender Film, der von einer kleinen Spieluhren- und Klaviermelodie getragen wird, in der sowohl Schönheit als auch Gespensterhaftigkeit stecken.


Russell zieht in eine Villa um, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich seiner Arbeit zu widmen, in dem gewaltigen Gemäuer holt ihn aber eine andere Vergangenheit ein, die mit Klängen und Klopfen mit ihm zu kommunizieren versucht. Eine Geschichte steckt in diesem Haus, die es auszugraben gilt. Dabei tastet sich Medak vorsichtig heran. Es ist zunächst ein Gefühl des Unwohlseins, das in der Villa entsteht, da der Film mit der unheimlichen Leere des Hauses und der Unwirklichkeit der (vom Film treffend eingesetzten) Klänge spielt. Es ist folglich auch ein Film über das Sehen, das Hören und das Wahrnehmen, aber auch über das Vergessen und so gibt es ein dunkles Geheimnis, das erforscht werden muss, womit sich auch mehr und mehr das Genre des Kriminialfilm in die Geschichte schiebt, die eine Familientragödie offenbart. Es ist ein heutzutage beinahe reduzierter Film, der konzentriert auf seinem Thema bleibt, der Abschweifungen meidet, der Schritt für Schritt, mehr und mehr in die Vergangenheit eindringt, um auszugraben, was dort begraben liegt.



Denn ein Kind, das kann in diesem Haus nun keinen Frieden finden. Die Vergangenheit ist immer noch präsent in diesem Haus durch Klänge und Töne. Ein Geist will Beachtung. Das Verbrechen hat Spuren hinterlassen, bloß sind diese Spuren von übernatürlicher Natur. Und so entwickelt sich aus dem Horrorfilm ein geradliniger, aber auch von Übernatürlichkeit durchzogener Kriminalfilm in seiner zweiten Hälfte (mit wohl dosierten und kurzen Schockmomenten, die ein bisschen mehr Konvention zu sein scheinen, um den Film im Horrorgenre zu halten), der von Schuldigen und Unschuldigen berichtet und von einer Gerechtigkeit, die wieder hergestellt werden muss. Das macht das Werk von Peter Medak aber zu einem spannenden Genrehybriden, den man mitunter auch in die Nähe des gefühlvoll-traurigen Melodrams rücken könnte und der damit einer eigenwilligen Linie folgt (wenngleich das Ende des Films dann doch sehr pompös ausfällt und man das eventuell entfernt mit dem Ende von »Manderlay« bei Hitchcock assoziieren mag). Folglich ist dieser Film gewiss immer noch eine Entdeckung wert ist, sofern man (immer noch) nichts von ihm gehört haben sollte.


8.0 / 10

Autor: Hoffman 

Sonntag, 15. Oktober 2017

Fern-Sehen / TV-Tipps: 16.10.17. - 22.10.16.



Alle Angaben sind ohne Gewähr:


16.10. 

Police Story - 20:15, Tele 5
(R: Jackie Chan / HK 1985)

Irrtum im Jenseits - 20:15, Arte
(R: Emeric Pressburger & Michael Powell / GB 1946)

1984 - 21:55, Arte
(R: Michael Radford / GB 1984)

Schändung - 22:15, ZDF
(R: Mikkel  Nørgaard / DK; S, D 2014)

Das Narrenschiff - 23:05, MDR
(R: Stanley Kramer / USA 1965) 

Lockdown - 0:20, ZDF
(R: Bogdana Vera Lorenz / D 2017)

17.10. 

Lawless - 22:10, Tele 5
(R: John Hillcoat / USA 2012)
Mogadischu - 0:35, ARD
(R: Roland Suso Richter / F, D 2008)

18.10. 

Can a Song Save Your Life? - 20:15, Prosieben
(R: John Carney / USA 2013)

Stella - 20:15, Arte
(R: Sanna Lenken / S, D 2015)
Grand Piano - 22:20, Prosieben
(R: Eugenio Mira / SP, USA 2013)

Auf der Flucht - 22:35, Kabeleins
(R: Andrew Davis / USA 1993) 
 
Der Wert des Menschen - 22:40, Arte
(R: Stéphane Brizé / F 2015)
Presidio - 3:10, Kabeleins
(R: Peter Hyams / USA 1988)

19.10. 

The Equalizer - 22:10, Vox
(R: Antoine Fuqua / USA 2014)

American History X - 23:30, Kabeleins
(R: Tony Kaye / USA 1998)

Staudamm - 0:25, Arte
(R: Thomas Sieben / D 2013) 
 
Zodiac - 1:50, Kabeleins
(R: David Fincher / USA 2007)
Leben und Sterben in L.A. - 2:15, Tele 5
(R: William Friedkin / USA 1985)

20.10. 

Nichts passiert - 20:15, Arte
(R: Micha Lewinsky / CH 2015)

London Boulevard - 22:25, 3sat
(R: William Monahan / GB, USA 2010)
Brick - 23:30, ZDFNeo
(R: Rian Johnson / USA 2005)
Verfluchtes Amsterdam - 0:05, 3sat
(R: Dick Maas / NL 1988)

21.10. 

I, Robot - 22:00, Sat 1
(R: Alex Proyas / USA, D, KAN 2004)

L. A. Confidential - 22:05, ServusTV
(R: Curtis Hanson / USA 1997)

Spur der Steine - 23:10, RBB
(R: Frank Beyer / DDR 1966) 

Spiel auf Zeit - 0:10, Sat 1
(R: Bruan De Palma / USA 1998) 

Der Postmann - 0:35, ServusTV
(R: Michael Radford / I, F, B 1994) 

Zwei glorreiche Halunken - 1:00, ZDF
(R: Sergio Leone / I, SP, D 1966)

Der Chef - 1:25, RBB
(R: Jean-Pierre Melville / F, I 1972)
  
 22.10. 

Kiss the Cook - 14:45, Prosieben
(R: Jon Favreau / USA 2014)

Der weiße Hai - 20:15, Arte
(R: Steven Spielberg / USA 1975)

Das Verschwinden: Janine - 21:45, ARD
(R: Hans-Christian Schmid / D, CZ 2017) 

Die Frau in Schwarz - 21:50, RTL II
(R: James Watkins / GB, KAN, S 2012)

Rollerball - 22:10, Tele 5
(R: Norman Jewison / USA 1975) 

Run All Night - 22:05, Prosieben
(R: Jaume Collet-Serra / USA 2015)

Boy 7 - 0:05, ARD
(R: Özgür Yildrim / D 2015)

  

Autor: Hoffman  

Sonntag, 8. Oktober 2017

Fern-Sehen / TV-Tipps: 09.10.17. - 15.10.17.



Alle Angaben sind ohne Gewähr:

09.10. 

Das Russland-Haus - 20:15, Arte
(R: Fred Schepisi / USA 1990)

Mata Hari - Agent H. 21 - 22:15, Arte
(R: Jean-Louis Richard / F, I 1964) 

Detour - 0:15, ZDF
(R: Nina Vukovic / D 2017)

 10.10. 

The Weather Man - 20:15, ServusTV
(R: Gore Verbinski / USA, D 2005)

Dreckssau - 22:25, Tele 5
(R: Jon S. Baird / GB, D, S, B, USA 2013)

Plötzlich Gigolo - 0:20, ZDF
(R: John Turturro / USA 2013)

Heute bin ich blond - 0:35, ARD
(R: Marc Rothemund / D, B 2013)

11.10. 

Zuckersand - 20:15, ARD
(R: Dirk Kummer / D 2017)

True Grit - 20:15, Kabeleins
(R: Ethan & Joel Coen / USA 2010)

Elementarteilchen - 20:15, Arte
(R: Oskar Roehler / D 2006)

Die Eiserne Lady - 20:15, Tele 5
(R: Phyllida Lloyd / GB, F 2011)

No Country for Old Men - 22:25, Kabeleins
(R: Joel & Ethan Coen / USA 2007)

Geschlossene Gesellschaft (Omu) - 22:55, Arte
(R: Jacqueline Audry / F 1954) 

OSS 117 - Er ist sich selbst nicht genug - 1:55, ARD
(R: Michel Hazanavicius / F 2009)

 12.10.

Rango - 20:15, Kabeleins
(R: Gore Verbinski / USA 2011)

A Single Man - 22:25, 3sat
(R: Tom Ford / USA 2009)

Spiel mir das Lied vom Tod - 22:25, 3sat
(R: Sergio Leone / USA, I 1968) 

Shell - 23:00, Arte
(R: Scott Graham / GB 2012)  

Gods and Monsters - 23:55, 3sat
(R: Bill Condon / GB, USA 1998)

13.10.  

Godzilla - 20:15, RTL II
(R: Roland Emmerich / USA, J 1998)

Shoppen - 21:00, One
(R: Ralf Westhoff / D 2006)

Blindes Vertrauen - 22:25, 3sat
(R: David Schwimmer / USA 2010)

Insider - 1:20, ARD
(R: Michael Mann / USA 1999)

Sturmfahrt nach Alaska - 2:10, ZDF
(R: Raoul Walsh / USA 1952) 


14.10.

Die Rückkehr der Jedi-Ritter - 20:15, Prosieben
(R: Richard Marquand / USA 1983)

Safe House - 20:15, Vox
(R: Daniel Espinosa / USA, SAFR, J 2012)

Frost/Nixon - 20:15, ServusTV
(R: Ron Howard / USA, GB; F 2008)

Der Eissturm - 22:25, ServusTV
(R: Ang Lee / USA 1997) 

The Dark Knight - 22:55, Prosieben
(R: Christopher Nolan / USA, GB 2008)

The Expendables 2 - 23:55, ARD
(R: Simon West / USA 2012)

A History of Violence - 0:20, Sat 1
(R: David Cronenberg / USA, D, KAN 2005)

 
15.10. 

Ruby Sparks - 10:55, Prosieben
(R: Jonathan Dayton / USA 2012)


Tatort: Der rote Schatten - 20:15, ARD
(R: Dominik Graf / D 2017)

Guardians of the Galaxy - 20:15, RTL
(R: James Gunn / USA, GB 2014)

Warm Bodies - 20:15, RTL II
(R: Jonathan Levine / USA, KAN 2013)

Germinal - 20:15, Arte
(R: Claude Berri / F, B, I 1993)

Tötet Mrs. Tingle - 20:15, Tele 5
(R: Kevin Williamson / USA 1999)

Faculty - 22:10, Tele 5
(R: Robert Rodriguez / USA 1998) 

Scouts vs. Zombies - 22:30, Prosieben
(R: Christopher Landon / USA 2015)

Der Loulou - 0:40, MDR
(R: Maurice Pialat / F 1980) 

Die Farben des Paradieses - 1:45, ARD
(R: Majid Majidi / IRN 1999)


 Autor: Hoffman

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Zuletzt geschaut: September (2017)



Hoffman: 

Jeanette: The Childhoof of Joan of Arc - 5.5
(R: Bruno Dumont / F 2017)

Die Morde von Snowtown - 6.5
(R: Justin Kurzel / AUS 2011) 

Der Mann, der Sherloch Holmes war - 6.5
(R: Karl Hartl / D 1937)

Maurice - 7.0
(R: James Ivory / GB 1987)

Wovon träumt das Internet? - 6.5
(R: Werner Herzog / USA 2016)

Viktor und Viktoria - 6.5
(R: Reinhold Schünzel / D 1933)

Die Liebe der Jeanne Ney - 7.5
(R: Georg Wilhelm Pabst / D 1927)

Total Recall - 8.0
(R: Paul Verhoeven / USA 1990)

Die gläserne Zelle - 6.5
(R: Hans W. Geissendörfer / D , PORT 1978)  

Misery - 7.0
(R: Rob Reiner / USA 1990)

Glückskinder - 6.5
(R: Paul Martin / D 1936)

Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach - 7.0
(R: Volker Schlöndorff / D 1971)

Der Babadook - 5.5
(R: Jennifer Kent / AUS 2014)

Outside the Box - 5.0
(R: Philip Koch / D 2015)

Die fetten Jahre sind vorbei - 5.5
(R: Hans Weingartner / D, CH 2004)

Tatort: Stau - 7.0
(R: Dietrich Brüggemann / D 2017)

Logan Lucky - 6.5
(R: Steven Soderbergh / USA 2017)

Chambre 666 - 6.5
(R: Wim Wenders / F, D 1982)

 Das Millionenspiel - 6.5
(R: Tom Toelle & Wolfgang Menge / D 1970)

Erste Liebe - 7.0
(R: Maximillian Schell / D, UNG, CH 1970)

Messer im Kopf - 7.0
(R: Reinhard Hauff / D 1978)

Die Stille nach dem Schuss - 6.5
(R: Volker Schlöndorff / D 2000)

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt - 7.0
(R: Rosa von Praunheim / D 1971)

Rote Sonne - 6.0
(R: Rudolf Thome / D 1971)

Frantz - 7.0
(R: Francois Ozon / F, D 2016)

Der König von Berlin - 5.0
(R: Lars Kraume / D 2017)

Der Traum meines Lebens - 6.0
(R: David Lean / USA, GB 1955)

Paper Moon - 7.0
(R: Peter Bogdanovich / USA 1973)

Jupiter Ascending - 4.0
(R: Lilly & Lana Wachowski / USA 2015)

Ludwig - Requiem für einen jungfräulichen König - 7.0
(R: Hans-Jürgen Syberberg / D 1972)


Film ohne Titel - 7.0
(R: Rudolf Jugert / D 1948)


Jugend ohne Jugend - 5.0
(R: Francis Ford Coppola / USA 2007)


Heller Wahn - 7.0
(R: Margarethe von Trotta / D 1983)


Chaos on the Bridge - 5.5
(R: William Shatner / USA, KAN 2014)


Die linkshändige Frau - 6.5
(R: Peter Handke / D 1978)
  

DeDavid

Preacher Staffel 2 - 6.5
(R: Diverse / USA 2017)


BoJack Horseman Staffel 4 - 7.0
(R: Diverse / USA 2017)


The Strain Staffel 4 - 3.5
(R: Diverse / USA 2017)


Doctor Dolittle - 5.0
(R: Richard Fleischer/ USA 1967)

Die Spur des Fremden - 6.0
(R: Orson Welles / USA 1946)

Dr. Jekyll und Mr. Hyde - 5.0
(R: John S. Robertson / USA 1920)

Dracula - 5.0
(R: John Badham / GB, USA 1979)

Asylum - 6.0
(R: Roy Ward Baker / GB 1972)

Viktor und Viktoria - 4.0
(R: Reinhold Schünzel / D 1933)

It Comes at Night - 5.0
(R: Trey Edwards Shults / USA 2017)


Ponette - 7.0
(R: Jacques Doillon / F 1996)

Wir kommen und werden euch fressen - 6.0
(R: Tsui Hark / HK 1980)

Atomic Blonde - 4.0
(R: David Leitch / D, USA 2017)


El Dorado - 6.0
(R: Howard Hawks / USA 1966)


Almost Famous - 6.0
(R: Cameron Crowe / USA 2000)

8MM - 4.0
(R: Joel Schumacher / USA 1999)


Die Ehe der Maria Braun - 8.0
(R: Rainer Werner Fassbinder / D 1979)

Titanic - 3.0
(R: Werner Klingler, Herbert Selpin / D 1943)


The Dentist - 4.0
(R: Brian Yuzna / USA 1996)


Beyond Re-Animator - 4.0
(R: Brian Yuzna / ES 2003)


Junkopia - 6.0
(R: Chris Marker / F, USA 1981)


A.K. - 7.0
(R: Chris Marker / F, JP 1985)


Ran - 8.5
(R: Akira Kurosawa / JP 1985)


The Big Sick - 6.0
(R: Michael Showalter / USA 2017)


Mr. Long - 7.0
(R: SABU / D, JP, TW 2017)


Texas Chainsaw Massacre: Die Rückkehr - 3.0
(R: Kim Henkel / USA 1994)

Tremors 4 - 2.0
(R: S.S. Wilson / USA 2004)


Der Stadtstreicher - 6.0
(R: Rainer Werner Fassbinder / D 1966)


Welt am Draht - 8.0
(R: Rainer Werner Fassbinder / D 1973)


Blade Runner - 9.0 (konstant)
(Ridley Scott / GB, HK, USA 1982)



Rotbart - 8.0
(R: Akira Kurosawa / JP 1965)


Kagemusha - 7.0
(R: Akira Kurosawa / JP 1980)

Jules und Jim - 6.0
(R: François Truffaut / F 1962)

Die letzte Metro - 6.0
(R: François Truffaut / F 1980)

Das 1. Evangelium - Matthäus - 7.5
(R: Pier Paolo Pasolini / IT 1964)

To the Wonder - 6.0
(R: Terrence Malick / USA 2012)

Voyage of Time - 7.0
(R: Terrence Malick / USA 2016)

Texas Chainsaw: The Beginning - 2.0
(R: Jonathan Liebesman / USA 2006)

Texas Chainsaw 3D - 4.0
(R: John Luessenhop / USA 2013)

Leatherface - 3.0
(R: Alexandre Bustillo, Julien Maury / USA 2017)

A Ghost Story - 6.0/7.0
(R: David Lowery / USA 2017)

Der Club der Teufelinnen - 4.5
(R: Hugh Wilson / USA 1996)

Der Teufel mit der weißen Weste - 7.0
(R: Jean-Pierre Melville / F 1962)

Bug - 5.0
(R: William Friedkin / USA 2006)

mother! - 3.0
(R: Darren Aronofsky / USA 2017)

Jugend ohne Jugend - 6.0
(R: Francis Ford Coppola / USA 2007)

Salt and Fire - 6.0
(R: Werner Herzog / D, MX, USA 2016) 


Cameron

 ++
Liberté et Patrie
(R: Jean-Luc Godard und Anne-Marie Miéville / F 2002)

Je vous salue, Sarajevo
(R: Jean-Luc Godard / F 1993)

Origines du XXième siècle
(R: Jean-Luc Godard / F 2000)

The Searchers
(R: John Ford / USA 1956)

The Woman They Almost Lynched
(R: Allan Dwan / USA 1953)

The Flame and the Arrow
(R: Jacques Tourneur / USA 1950)


+
The Plainsman
(R: Cécil B. DeMille / USA 1936)

Mandabi
(R: Ousmane Sembène / Sen 1968)

Crazy Mama
(R: Jonathan Demme / USA 1975)

Last Embrace
(R: Jonathan Demme / USA 1979)

La chute de la maison Usher
(R: Jean Epstein / F 1928)

+/-
Shotgun
(R: Lesley Selander / USA 1955)







Sonntag, 1. Oktober 2017

Fern-Sehen / TV-Tipps: 02.10.17. - 08.10.17.



Alle Angaben sind ohne Gewähr:

02.10. 

Die Bibel - 20:15, Arte
(R: John Huston / USA, I 1966)

Phantom Kommando - 22:25, Tele 5
(R: Mark L. Lester / USA 1985)

Judou - 23:00, Arte
(R: Yimou Zhang / CHINA, J 1990) 

Winterjagd - 0:00, ZDF
(R: Astrid Schult / D 2017) 

Zwei Leben - 0:50, MDR
(R: Georg Maas / D, N 2012)



03.10.

Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung - 20:15, Prosieben
(R: George Lucas / USA 1977)

Goodbye Lenin! - 20:15, 3sat
(R: Wolfgang Becker / D 2003) 

Edgar Wallace: Der grüne Bogenschütze - 22:05, Kabeleins
(R: Jürgen Roland / D 1961) 

The Kingsman: The Secret Service - 22:45, Prosieben
(R: Matthew Vaughn / GB, USA 2014) 


04.10. 

Aloha - 20:15, Prosieben
(R: Cameron Crowe / USA 2015)

Gefährten - 20:15, Kabeleins
(R: Steven Spielberg / USA 2011)

Liebe - 20:15, Arte
(R: Michael Haneke / F, D, Ö 2012) 

Heil - 22:15, Arte
(R: Dietrich Brüggemann / D 2015) 

Silver Linings - 22:20, Prosieben
(R: David O. Russell / USA 2012)

A.I. - 23:05, Kabeleins
(R: Steven Spielberg / USA 2001) 
 

Unheimliche Begegnung der dritten Art - 2:05, Kabeleins
(R: Steven Spielberg / USA 1977)


05.10. 

Super 8 - 20:15, Prosieben
(R: J. J. Abrams / USA 2011)

Die Stunde der Patrioten - 20:15, Kabeleins
(R: Phillip Noyce / USA 1992)

Momentum - 22:05, Vox
(R: Stephen Campanelli / USA, SAFR 2015)

Operation Zucker - 23:30, NDR
(R: Rainer Kaufmann / D 2012) 

Hell - 0:50, Prosieben
(R: Tim Fehlbaum / D, CH 2011)


06.10. 

Bis in den Himmel - 20:15, Arte
(R: Nicolas Boukhrief / F 2017)

The Guard - 22:25, 3sat
(R: John Michael McDonagh / IRL 2011)

Tod auf dem Nil - 23:45, BR
(R: John Guillermin / GB 1978)

07.10.  

Sanft schläft der Tod - 20:15, ARD
(R: Marco Kreuzpaintner / D 2016)

Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück - 20:15, Prosieben
(R: Irvin Kershner / USA 1980)

Nur die Sonne war Zeuge - 22:35, ServusTV
(R: René Clément / I, F 1960)

Constantine - 22:50, Prosieben
(R: Francis Lawrence / USA, D 2005)

James Bond 007: Diamantenfieber - 0:35, ZDF
(R: Guy Hamilton / USA, GB 1971) 

Die Leiden des jungen Werthers - 0:35, RBB
(R: Egon Günther / DDR 1976)

08.10. 

Blade Runner - 20:15, Arte
(R: Ridley Scott / USA, HK, GB 1982)

Armee der Finsternis - 20:15, Tele 5
(R: Sam Raimi / USA 1992)

World War Z - 22:45, Prosieben
(R: Marc Forster / USA 2013) 

Ausnahmezustand - 22:50, Sat 1
(R: Edward Zwick / USA 1998)

Hello, I am David - 23:05, Arte
(R: Cosima Lange / D 2015) 

Zerrissene Umarmungen - 23:35, ARD
(R: Pedro Almodovar / SP 2009) 

Starship Troopers - 0:00, RTL 
(R: Paul Verhoeven / USA 1997)

Cousous mit Fisch - 1:40, ARD
(R: Abdellatif Kechiche / F 2007)


Autor: Hoffmna

Mittwoch, 27. September 2017

I Hope I Become A Ghost - Kritik: A Ghost Story (2017)



Normalerweise geht es in Haunted-House-Filmen nicht besonders originell zu. Eine (meistens mehrköpfige) Familie zieht in ein neu erworbenes oder geerbtes Haus ohne von dessen finsterer Vorgeschichte zu erfahren. Es häufen sich anschließend die seltsamen Vorkomnisse im Anwesen, die zunehmend bedrohlicher werden und auch den Sinneszustand der Familienmitglieder gefährden. Irgendwann engagiert die Familie übernatürliche Experten, die bedauerlicherweise mehr oder weniger machtlos gegen die spukende Entität sind. Letztlich kommt es zum nicht selten überbordenen Showdown zwischen dem oder den Wesen und den verbliebenen Widerständlern. Variationen sind selbstredend beizeiten zu finden. Die andere Seite der Medaille indes, also die Sicht des Geistes selbst, wird verhältnismäßig wenig bemüht. Ausnahmen stellen GHOST von Jerry Zucker oder GHOST DAD mit, nun ja, Bill Cosby, dar. Bei diesen Vertretern handelt es sich um Komödien, in denen Konflikte gelöst werden müssen, damit die verstorbene Person (oft eine Art Schutzengel) ins Jenseits ziehen kann. Zudem sind die verbliebenen Angehörigen mindestens ähnlich relevant für die Erzählperspektive. Als wesentlich radikaler lässt sich David Lowerys A GHOST STORY bezeichnen. Nach einer Auftragsarbeit für Disney dreht dieser abermals mit Casey Affleck und Rooney Mara einen Film um Beziehungsfragen, wie man zunächst meinen möchte. Zu den verkörperten Figuren wird namentlich nicht referiert, lediglich mit den Initialen C und M lassen sie sich identifizieren. Sie stellen eines Nachts in ihrem Vorstadthaus fest, dass merkwürdige Geräusche vom Klavier ausgehen. Jedoch lässt sich keine Quelle für das Treiben ausfindig machen. Bereits am nächsten Tag stirbt C in einem Autounfall (von dem lediglich die Folgen zu sehen sind) und landet auf der Obduktionsbahre. Von dort erhebt er sich alsbald samt Laken und zieht als Geist durch die Gegend.



Äußerlich ähnelt seine Erscheinung einem Kind, das für Halloween zu wenig Geld für ein umfangreicheres Kostüm besitzt und sich deshalb mit einem Lakem mit schwarzen Löchern für die Augen begnügen muss. Also das nur denkbar simpelste Kostüm. Was zugegebenermaßen irgendwie albern klingt, funktioniert hier hingegen ganz wunderbar. Afflecks zotteliges Gesicht verschwindet vollends, womit keine Gelegenheit zur Mimik und Gestik ermöglich wird, und grundsätzlich könnte sich auch eine beliebige andere Person unter dem Laken befinden. Minimalistischer geht's nimmer. Jedenfalls zieht C-Ghost wieder zum Vorstadthaus zurück, wo er seine Frau bei Alltäglichkeiten beobachtet. Dies geschieht in quälend langen Einstellungen, in denen die ätherische Gestalt auch keine Möglichkeiten zur Kommunikationen ausprobiert: Es ist schlichtweg nur ein Beobachten, ausdrucks- und bewegungslos, fast schon in Echtzeit. C-Ghost durchstreift nun das übersichtliche Haus und begegnet schon früh neuen Bewohnern, die er offenbar nicht so schnell akzeptiert, so lässt er es tatsächlich spuken, indem er ein Glas in die Höhe steigen lässt. Schaut er aus dem Fenster, sieht er im Nachbarhaus ein anderes Lakengespenst, das wiederum ihn beobachtet. Die Kontaktversuche zwischen den beiden lassen sich sogar als irgendwie putzig beschreiben. Anders als üblich ist C-Ghost an keine Zeit gebunden und erlebt eine Hausparty, durch die er wie ein Fremdkörper zieht, den Abriss des Hauses, einen futuristischen Wolkenkratzer an dessen Stelle und eine Siedlerfamilie, die von Indiandern ermordert wird. Dieses Gleiten durch die Zeit, während C-Ghost zugleich an denselben Ort verweilen muss, ist eine der tollsten Ideen des Films, der sich einfachen Genre-Klassifizierungen verweigert. Allerdings wird das poetische Treiben durch die lästige und irgendwann sogar dauerbeschallende Pop-Song-Auswahl getrübt. Eine völlige Stille oder dissonante Akustik wäre eventuell angemessener gewesen für die Wahrnehmung eines Geistes, der sich ansonsten auf mehreren Ebenen angenähert wird. Eine Kreisbewegung beseitigt schließlich offene Fragen, was vielleicht auch nicht nötig sein müsste. Insgesamt ein interessanter Versuch, der bestimmt vielen in den Kinosälen einiges an Geduld abverlangen wird.

                                            6-7/10

Autor: DeDavid

Sonntag, 24. September 2017

Fern-Sehen / TV-Tipps: 25.09.17. - 01.10.17.



Alle Angaben sind ohne Gewähr:

25.09. 

Paper Moon - 20:15, Arte
(R: Peter Bogdanovich / USA 1973)

Rush Hour 3 - 20:15, Kabeleins
(R: Brett Ratner / USA, D 2007)

Jugend ohne Jugend - 21:55, Arte
(R: Francis Ford Coppola / USA, RUM, F, I, D 2007)

Karla - 23:50, MDR
(R: Herrmann Zschoche / DDR 1965) 

Die Nonne - 23:50, WDR
(R: Guillaume Nicloux / F, D, B 2013)

Monsters - 0:35, ARD
(R: Gareth Edwards / USA, GB 2010)

26.09. 

Swing Vote - 20:15, ServusTV
(R: Joshua Michael Stern / AUS 2010) 

Philomena - 22:45, ARD
(R: Stephen Frears / GB, USA, F 2013)

Red Hill - 22:55, Tele 5
(R: Patrick Hughes / AUS 2010)
  
27.09. 

Jagd auf Roter Oktober - 20:15, Kabeleins
(R: John McTiernan / 1990)

Shutter Island - 22:00, Tele 5
(R: Martin Scorsese / USA 2010) 

Ein Abendessen mit dem Teufel (OmU) - 0:25, Arte
(R: Edouard Molinaro / F 1992)

The Golden Door - 0:35, BR
(R: Emanuele Crialese / I, F 2006)


 Das wilde Schaf - 1:55, ARD
(R: Michel Deville / I, F 1974)

28.09.

Fast & Furios Five - 20:15, Vox
(R: Justin Lin / USA 2011)

Auf Messers Schneide - 20:15, Kabeleins
(R: Lee Tamahori / USA 1997)

Hurricane - 22:25, 3sat
(R: Norman Jewison / USA 1999)

Chaos on the Bridge - 23:15, Tele 5
(R: William Shatner / KAN, USA 2014)

Into the Wild - 23:45, RBB
(R: Sean Penn / USA 2007)

Nicht ohne meine Leiche - 1:55, ARD
(R: Yang Zhang / CHINA, HK 2007)

 29.09.

 Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith - 20:15, Prosieben
(R: George Lucas / USA 2005)

Wie ein wilder Stier - 22:25, 3sat
(R: Martin Scorsese / USA 1980)

Zulu - 23:30, ZDFNeo
(R: Jerome Salle / F, SAFR 2013)

30.09. 

Howard - Ein tierischer Held - 12:20, RTL II
(R: Willard Huyck / USA 1986)

John Carter - 20:15, Vox
(R: Andrew Stanton / USA 2012)

James Dean: Ein Leben auf der Überholspur - 20:15, ServusTV
(R: Mark Rydell / USA 2001) 

The Virgin Suicides - 22:05, ServusTV
(R: Sofia Coppola / USA 1999)

Ocean´s Twelve - 22:25, Sat 1
(R: Steven Soderbergh / USA, AUS 2004)

Heat - 23:10, ZDFNeo
(R: Michael Mann / USA 1995)

 01.10. 

Von der Kunst, sich durchzumogeln - 10:35, Prosieben
(R: Gavin Wiesen / USA 2011)

Tatort: Goldbach - 20:15, ARD
(R: Robert Thalheim / D 2017)

Der Mandant - 20:15, RTL II
(R: Brad Furman / USA 2011) 

Gosford Park - 20:15, Arte
(R: Robert Altman / GB, USA, I, D 2001)

Sherlock Holmes - 22:35, Prosieben
(R: Guy Ritchie / USA, D, GB 2009)

Tanz der Teufel 2 - 22:40, Tele 5
(R: Sam Raimi / USA 1987) 

Ich und Kaminski - 0:05, ARD
(R: Wolfgang Becker / D, B 2015) 


Autor: Hoffman  

Donnerstag, 21. September 2017

Freiheit und Vaterland - Liberté et Patrie (2002)






Ein zwanzigminütiger Film Godards, und wie das DVD-Booklet dieses und drei anderer seiner Kurzfilme sagt: Filme, die alles umfassen, Kunst und Freiheit, Präsenz und Gedächtnis, Gewalt und Leidenschaft. Allesumfassende Filme hat Godard aber immer schon gemacht, selbst zu Beginn: Filme, die stets Aufmerksamkeit von sich selbst weglotsen, Referenzen, die uns zu Kunstwerken, zu Begebenheiten, kleinen Fabeln und Geschichten, Kriegen, Personen usf. führen, auch oder vor allem zu Godard selbst, zu früheren Arbeiten; wir müssen uns also umsehen in der Welt, um diese Filme zu erfassen, oder um in ihnen unterzugehen.



Liberté et Patrie: Freiheit und Vaterland, um dieses Wort- oder Ideenpaar strukturiert er diesen Film wie eine Kugel. Solche Wortpaare, die zwei Begriffe gegeneinander ausspielen und sich selbst in Schwingung versetzen, ist das eine gute Idee, um sich diesem Kino zu nähern? Auf jeden Fall bringt im Film Godard noch andere vergleichbare Paare: Hände und Augen etwa: Hände – Vaterland und Augen – Freiheit. Oder Form (la forme) und Inhalt (le fond, ist das wirklich übersetzbar? Ebenso bei seinem sich gerade in Arbeit befindendem Film Paroles et Images: wie Godard in einem Interview vermerkt, ist paroles nicht mit Worte nicht beizukommen.). Dann also Form – Vaterland und Inhalt – Freiheit? Der Grundgedanke ist die Freiheit, die im (in Form des) Vaterland(s) möglich / durchgesetzt / zelebriert wird. Die Umkehrung ergibt durchaus ebenfalls Sinn (aber Sinn in einem Film wie diesem?): In Form der Freiheit steht das Vaterland, oder: durch das freiheitsorientierte Gesetz (das die Form des Lebens festlegt) wurde unser Vaterland geschaffen. Liberté et Patrie: es ist die Inschrift auf dem Wappen des Kanton Waadts, in dem Godard, am Genfersee, lebt und in dem ich mich übrigens gerade ebenfalls befinde.



Die Geschichte eines Schweizer Malers wird in diesem Film erzählt, die Parallelen aufweist zu derjenigen Godards (Waadt – Frankreich sind zwei Pole in beider Leben); dass der Maler eine fiktive Figur aus einem Roman Ramuz`, ebenfalls Waadtländer, ist, spielt keine Rolle. Der Film ist auch ein Diskurs (und so angemessenerweise von zwei Sprechern vorgetragen) über Wirklichkeit (das ist zwar wohl jeder Film) und dessen Interpretation, über Bild und Repräsentation, über: „Sieh dir dies an“ – und – „Stell dir dies vor“; oder, wie es in Adieu au language heisst: „Ceux qui manquent d‘ imagination se réfugient dans la réalité“, und ebenso wie jener ist dieser Film hier auch vor allem eines: unglaublich schön. Die schönsten Überblendungen seit Sternberg oder Bruce Baillies Castro Street!, könnte man sich etwa auf dem Filmposter als Werbeslogan vorstellen. Diese langsamen Überblendungen, oft zwischen Gemälden und wirklichen Filmaufnahmen (in beide Richtungen), die Ähnlichkeiten herausschälen, die oft so langsam vonstattengehen, dass man sie kaum bemerkt; diese Überblendung haben enorme intellektuelle Kraft und sind doch auch einfach entrückend schön anzusehen – die Brücke zwischen Vorstellung und Realität, wir spinnen sie erst und überschreiten sie dann. Am Ende wird, zusammen mit Beethovens Streichquartett, so etwas wie eine Ekstase erreicht, vielleicht ähnlich dem Kindergeplärr, das Adieu au language beschliesst.
Liberté et Patrie. Wo finden wir die Freiheit im Vaterland des Films? Und wo stösst die Freiheit des Films auf das Vaterland?

 
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Autor: Cameron